In eigener Sache: Nachmieter für Altstadtwohnung gesucht

Nach mehr als zwei Jahren der Blogabstinenz melde ich mich hier auch mal wieder zu Wort – und das aus rein egoistischen Gründen: wir suchen für unsere tolle Altstadtwohnung im Zentrum Augsburgs einen Nachmieter (ab dem 1. März), der sich über folgende Highlights der Wohnung ebenso freut wie wir die letzten Jahre:

  • Drei Zimmer mit Küche und Bad (ohne Badewanne – aber auch das einzige Manko der Wohnung), dafür mit grooooßer Dusche, großem Gang und Abstellkammer (plus Keller) für die Waschmaschine und um das Augustiner kühl zu lagern!
  • Holzboden und hohe Decken (teilweise mit Stuck) – nur in der Küche gibt’s stattdessen einen wunderschönen Terrazzoboden
  • Super zentral gelegen, aber trotzdem ruhig. Zur Maha sind es beispielsweise nur zwei Minuten ;-) Und im Roten-Tor-Park ist man auch gleich.
  • Renovierter Altbau mit fantastischen Nachbarn und …
  • Das beste zum Schluss: eine große Dachterrasse mit einem traumhaften Blick über die Dächer von Augsburg!

Wir würden diese Wohnung nie wieder hergeben – wenn wir nicht aus Augsburg wegziehen würden, was uns auch nicht leicht fällt! Und um euch zu beruhigen: die Blogsburg geht weiter, dank Heidi, die sich in den letzten Jahren so toll um dieses Blog gekümmert hat und es hoffentlich auch noch ein Weilchen weiter machen wird.

Wegen Wohnungsbesichtigung (nur am Wochenende) schickt mir bitte eine E-Mail an martin.szugat _at_ gmx.net. Und gerne weitersagen. Danke!

Martin

PS: Ganz untätig war ich übrigens die letzten zwei Jahre nicht, sondern habe zusammen mit Jutta und Matias eine Facebook-Seite zu Garmisch-Partenkirchen gepflegt:

https://www.facebook.com/gapfans

Sozusagen Blogsburg 2.0. ;-)

Webschau: Augsburger Event-Portale

Auxapfel ist ein auf ein neues Augsburger Event-Portal – gemacht von drei Augsburger Studenten. Als besonderes Feature heben sie u.a. ihren Routenplaner hervor, mit dem man sich seine eigene Party-Route durch die Stadt zusammenbasteln kann. Darauf gestoßen bin ich durch einen Tweet von @trooyst. Im Moment scheint das Ganze noch im Aufbau begriffen, Es werden vor allem verschiedene Kneipen und deren Specials vorgestellt. Aber schaut es euch selbst an. Mehr über Sinn und Zweck dieser neuen Initiative verraten ihre FAQs.

Angesichts dieses Neustarts habe ich mir gerade überlegt: Was gibt es sonst noch eigentlich so an ähnlichen Veranstaltungskalendern?

Zwei, die ich selbst gern benutze (online oder auch in der kostenlos erhältlichen Druckversion) sind die seit langem etablierte  Neue Szene und und der a-guide. Man könnte sie wohl als Augsburger Kultur-Journale einschließlich Veranstaltungskalender bezeichnen. Neben dem Kalenderteil gibt es auch in jeder Ausgabe viele interessante Artikel zu den verschiedensten Themen.  Ab und zu schaue ich auch bei Myheimat nach. Was gibt es eigentlich sonst noch an emfehlenswerten Websites, wenn man mal nicht weiß, was man mit einem freien Nachmittag oder Abend anfangen soll? Irgendwelche weitere Tipps von Blogsburg-Lesern?

Liegt Augsburg im Schwabenland?

Anlass zu der Frage gibt mir das Neue Buch “Schwabenland” aus der Serie “Heimatbücher” des Conbook Verlags, die einen satirisch-unterhaltsamen Blick auf die Welt vor unserer Haustüre werfen will.

Ich habe es mit viel Vergnügen gelesen, doch mein Augsburger Schwaben habe ich nicht so recht darin erkannt. Das fängt schon mal beim Untertitel “Wo einem der Marsch gekocht und nicht geblasen wird” an. Also, den Marsch geblasen hat mir hierzuland schon so mancher Schwab. Das geht dann in etwa so:  “Ja sabberlot, kennd Sia Ihrn Scheisskarra, Ihrn vrsoichta, vrschissana nedd an an andera Platz nastelle, Sia Lällabäbbl, Sie bleedr – Greizdonndrweddr aber au!“. Aber gekocht? Wie geht denn das? In dem Buch wird’s erklärt, wie. Doch mich würde mal interessieren, ob irgendeine(r) unter den Augsburger(inne)n sich darunter etwas vorstellen kann. Lies weiter in ‘Liegt Augsburg im Schwabenland?’

So war’s: Das Philosophische Café

Seit ca. einem Jahr im neuen Lokal

Fast zwei Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal beim “Philosophischen Café Augsburg-Schwaben” reingeschaut habe. Seither ist es umgezogen vom schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichenden Pavillonrestaurant Vitaris mitten ins Herz von Augsburg: In die Bahnhofstraße 21, ins italienische Ristorante Passione. Das Schöne hier ist — außer der zentralen Lage — , dass man unter sich ist. Nicht eine Nische, sondern das ganze Restaurant ist an diesem Abend für den philosophischen Diskutierkreis als geschlossene Gesellschaft reserviert. So ist man ganz ungestört und kann auch Mikrophone einsetzen, um die einzelnen Beiträge für alle verständlich zu machen – akkustisch zumindest. Doch auch abgesehen von der Akkustik war das allermeiste an diesem Abend – von kleinen Ausnahmen abgesehen – durchaus allgemeinverständlich. Hausfrauen (bzw. -männer)-Philosophie stand in einem reizvollen Wechselspiel mit gut überlegten (und teils anhand von Notizen im Vorfeld erarbeiteten und nun stolz vorgetragenen)  philosophischen Diskursen. Da ich auf der Verteilerliste des Gesprächskreises stand, hatte ich die Einladung über Facebook bekommen. Dort hatten sich gerade mal 16  Teilnehmer gemeldet. Doch ganz offenbar hatten nicht alle vorher auf Facebook vorbeigeschaut. Mindestens dreimal soviel waren dann anwesend.

“Sinn des Lebens” war das Thema.

Es liegt wohl in der Natur des Themas und eines solchen bunt gemischten Gesprächskreises, dass sich mehr Fragen stellten, als sich Antworten ergaben und dass die Antworten, die gefunden wurden, recht unterschiedliche waren. Geschickt und sympathisch sorgte der Initiator und Moderator Ingo Wolf-Kittel dafür, dass jeder zu Wort kam und dass sich weder reine Zweier-Plänkeleien noch allzuviel Wiederholungen ergaben. Er stubste das Gespräch auch wieder zurück zum Thema, wo es ins Abseits driftete und brachte etwas Klarheit hinein, indem er beispeilsweise zwischendrin mal eine Definition versuchte, was denn überhaupt unter “Sinn” zu verstehen sei. Bis auf die indogermanische Wurzel “sent” für “eine Richtung nehmen, eine Fährte suchen/aufnehmen” ging er dabei zurück. Geschürft wurde nach Antworten auf diese Sinnfrage im Alltag, in den Religionen und bei Philosophen verschiedener Epochen. Nachdem Aristoteles und Epikur dabei in zuvieler Munde waren, meinte einer der Teilnehmer schließlich augenzwinkernd: “Von Griechen lassen wir uns nicht vorschreiben, worin der Sinn des Lebens besteht, die sind schließlich pleite gegangen.” Auch den Bogen vom “Denken als Verdauungsprozess des Gehirns” bis zur “Scheiße” als Resultat unseres Verdauungsprozesses zu spannen, war man sich nicht zu schade. Man sieht also, der Humor kam auch nicht zu kurz, ohne jedoch in Albereien abzudriften. Es war schon durchweg die Absicht zu spüren, das gestellte Thema ernsthaft auszuloten. Doch blieb man dabei eben angenehm locker.

Fazit: Sehr sympathische Runde. Hat Spaß gemacht und einige Denkanstöße mit auf den eisigen, glatten Heimweg gegeben. Das Essen im Ristorante hat auch gut geschmeckt.

Sechster Geburtstag

Nächsten Monat feiert das PCAS seinen sechsten Geburtstag. Zum Abschluss der gestrigen Veranstaltung stand eine Besprechung und Abstimmung, wie man dieses Jubiläumstreffen gestalten wolle. Man entschied sich dabei, von dem üblichen Schema eines reinen Gesprächskreises abzuweichen.  Statt dessen soll am Anfang ein Vortrag von Ingo Wolf-Kittel über Meditation stehen, an den sich ein spontan gestalteter Geburtstagsabend anschleißen soll.

Sinn des Lebens

Worüber ließe sich schöner philosophieren als über den Sinn des Lebens? Kann man heute im philosophierfreudigen Kreis tun. Der nennt sich Philosophisches Café Augsburg Schwaben (PCAS) und trifft sich heute, Freitag, den 13. 2012,  um 19.30 Uhr im  Augsburger Ristorante Passione in der Bahnhofstraße 21.

Wer hat Angst vor Freitag, dem 13.?

Der erst Pechtag des Jahres für all diejenigen, die dran glauben wollen: Heute haben wir also den ersten Freitag, den 13. 2012!

Selbst sind mir die Freitage, die dreizehnten,  noch nie unangenehm aufgefallen, viel  eher schon Feiertage ganz allgemein, egal welchen Datums – ob Weihnachten, Ostern oder persönliche Feiertage. Da geht meist bei mir was schief. Das ist wahrscheinlich so ähnlich wie bei den Freitagspechvögeln, wenn man schon mit einem mulmigen Gefühl an den Tag rangeht, zieht man das Unglück auch geradezu an (oder liegt es nur dran, dass man dann ja auch entsprechend tollpatschig ran geht?). Jedenfalls  gilt der Freitag, der 13.,  ja gar nicht überall als unglücksträchtig. Eher als Glückzahl soll die 13 für Japaner und Juden gelten. Zwar die 13, aber nicht den Freitag, fürchten beispielsweise die Griechen. Dort ist der Dienstag der Tag, vor dem man sich in Acht nimmt. Das hängt wohl auch meist damit zusammen, was man im Lauf der Zeiten so an diesem oder jenem Tag erlebt hat. Für die Griechen begann an einem Dienstag die Zeit der osmanischen Vorherrschaft, die sie als jahrhunderte dauerndes  Joch empfanden.

Na ja, dann jedenfalls mal allen toi, toi, toi! für den heutigen Tag!

Noch haben wir ja das Jahr 2012. Ob nächstes Jahr  durch die Jahreszahl 13 am Freitag, den 13.,  dann nochmal ein zusätzliches Pechpotential  hinzukommt?  Die 12 dieses Jahr ist ja eine so schöne  Zahl – eine magische Zahl, der eine besondere Bedeutung zukommt sowohl in der Bibel als am häufigsten vorkommende Zahl, als auch in der Mathematik als abundante Zahl und erhabene Zahl und im Alltag, wo sie als Dutzend eine der wenigen Zahlen ist, die einen speziellen Namen haben. Vielleicht mildert ja diese tolle 12 in der Jahreszahl etwas die Unglückskraft der 13 im Datum? Die 13, die heute auf dem Kalender steht, gilt übrigens auch als Teufelsdutzend, Bäckerdutzend oder Fleischerdutzend. In den letzteren zwei Bedeutungen ist sie keine Unglückszahl, sondern bezeichnet einfach die Menge von 13 Stück, die Bäcker und/oder Fleischer  zuweilen  dem Kunden statt der verlangten und bezahlten 12 Stücke einpacken. Wie dem auch sei, toi, toi, toi!

Gesucht – Gefunden: Wikipedia auf Schwäbisch

Dachte ich mir doch, dass es das nicht gibt, dass es sie nicht gibt: Die Wikipedia auf Schwäbisch. Nur gefunden habe ich sie zunächst nicht. Jörg hat sie entdeckt. Zu finden also zunächst mal unter Allemannisch. Von da geht es weiter zu  Schwäbisch. Da gibt es ja schon eine ganze Menge Artikel, und natürlich auch einen zu Augschburg. Klar: Nicht ganz so umfangreich wie der auf der deutschen Wikipedia über Augsburg. Und: Mit etwas anderen Prioritäten. Gleich im zweiten Absatz steht beispielsweise zu lesen:

Augschburg isch d’oinzige Stdôdt vô Deitschland, wo an oiganar g’sétzlichar Foiardâg hot, des Hohe Augschburger Friadnsfescht âm 8. Auguscht. Damit hot Augschburg meara g’sétzliche Foiardâg als irgad ar ândre Region odr Stôdt en Deitschlând.

Blogsburg auf Schwäbisch

Dank Fu’s Kommentar zu meinem letzten Artikel, in dem mir eine Wikipedia auf Schwäbisch fehlt, gibt es jetzt schon mal die Blogsburg auf Schwäbisch. Das Web funktioniert doch immer mehr nach dem Prinzip Gesucht – Gefunden! Vielen Dank, Fu!

Was mir fehlt: Wikipedia auf Schwäbisch

Gerade habe ich entdeckt, dass es das freie Online-Lexikon Wikipedia auch auf Boarisch gibt. Und auf Schwäbisch? Nix, oder?

Neuer Roman von Viktor Glass

Gerade habe ich den Roman “Das Attentat des Herrn Hauber” zu Ende gelesen. Natürlich war ich neugierig auf dieses neue Buch des Augsburger Autors Viktor Glass, dessen Werke ich zu schätzen gelernt habe.  Deshalb hatte ich noch Ende des alten Jahres 2011 den Service “Bücherwunsch” der Augsburger Stadtbücherei genutzt und gegen eine Gebühr von 1 Euro um Anschaffung des Buches gebeten. Einige Tage später hatte ich die Mitteilung in der Post, dass das Buch zur Abholung bereit liegt. Offenbar hatte ich Glück, denn momentan ist die Bearbeitung von Bücherwünschen bis zur Freigabe des Etats für 2012 gerade nicht mehr möglich.

Wie der niveau- und humorvolle Augsburg-Krimi “Trockeneis” und der biographische Roman “Diesel” des Viktor Glass ist auch dieser neue Roman spannende Lektüre. Darüber hinaus vermittelt er Stimmungsbilder und Charakterstudien aus einem Deutschland zu seinen düstersten Zeiten, den Zeiten des aufkeimenden Nationalsozialismus. Nachfühlbar und sympathisch werden zwei Lebenswege in dieser beklemmenden Epoche beschrieben: Der durch Akten dokumentierte des Schwaben Martin Hauber und der fiktive des Argentinien-Deutschen Hasso von Nicolasee. Hauber ein talentierter, erfinderischer Techniker bei den Zepellinwerken in Friedrichshafen, der eigentlich nur unbehelligt seiner Arbeit und seinem Alltag nachgehen wollte, bis er aufgrund früherer politischer Tätigkeit und seiner Unangepasstheit bis hin zur Dreistigkeit in die Mühlen von Naziverhören und -haft geriet und  schließlich der Attentatsplan in ihm reifte. Nicolasee ein Mann, der eine Karriere bei den Nazis anstrebte, in dem aber schließlich auch Skrupel und Menschlichkeit die Überhand über Opportunismus und Führergefolgschaft gewinnen.

Diesmal steht Viktor Glass ein Co-Autor zur Seite: Der in Bonn lebende Heinz Keller, der über mehr als vierzig Jahre Berufserfahrung im Auswärtigen Dienst verfügt und auf authentische Unterlagen zu dem bislang unbeachteten Fall eines Attentatsversuchs auf Hitler zurückgreifen konnte.  Es entstand ein gut recherchiertes und sehr lebendiges Werk.

So, nächste Woche geht das Buch dann zurück an die Stadtbücherei. Denn dann läuft die Leihfrist ab und sie kann auch nicht mehr verlängert werden. Offenbar hat der nächste Interessent das Buch bereits vormerken lassen. Wer auch immer es ist, ich wünsche ihm viel Muße und Freude bei der Lektüre. Auch allen anderen kann ich das Buch gern empfehlen – denjenigen im Gebiet rund um die Blogsburg dabei nochmal ganz besonders. Denn so weit weg von Augs- und Blogsburg ist die Handlung nicht angesiedelt.  Sie spielt am  Bodensee und seinem deutschen und schweizer Ufer. So bezeugt Glass auch ein weiteres Mal sein Interesse an der Region – diesmal ein Stückchen weiter weg von Augsburg, aber doch immerhin großenteils in Schwaben spielt die Erzählung und Hauber ist so recht das, was man sich unter einem Schwaben vorstellt: Arbeit- und sparsam, einem Bierchen oder Viertele Wein nie abgeneigt, hartköpfig, gewieft, einfallsreich …


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