
Seit ca. einem Jahr im neuen Lokal
Fast zwei Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal beim “Philosophischen Café Augsburg-Schwaben” reingeschaut habe. Seither ist es umgezogen vom schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichenden Pavillonrestaurant Vitaris mitten ins Herz von Augsburg: In die Bahnhofstraße 21, ins italienische Ristorante Passione. Das Schöne hier ist — außer der zentralen Lage — , dass man unter sich ist. Nicht eine Nische, sondern das ganze Restaurant ist an diesem Abend für den philosophischen Diskutierkreis als geschlossene Gesellschaft reserviert. So ist man ganz ungestört und kann auch Mikrophone einsetzen, um die einzelnen Beiträge für alle verständlich zu machen – akkustisch zumindest. Doch auch abgesehen von der Akkustik war das allermeiste an diesem Abend – von kleinen Ausnahmen abgesehen – durchaus allgemeinverständlich. Hausfrauen (bzw. -männer)-Philosophie stand in einem reizvollen Wechselspiel mit gut überlegten (und teils anhand von Notizen im Vorfeld erarbeiteten und nun stolz vorgetragenen) philosophischen Diskursen. Da ich auf der Verteilerliste des Gesprächskreises stand, hatte ich die Einladung über Facebook bekommen. Dort hatten sich gerade mal 16 Teilnehmer gemeldet. Doch ganz offenbar hatten nicht alle vorher auf Facebook vorbeigeschaut. Mindestens dreimal soviel waren dann anwesend.
“Sinn des Lebens” war das Thema.
Es liegt wohl in der Natur des Themas und eines solchen bunt gemischten Gesprächskreises, dass sich mehr Fragen stellten, als sich Antworten ergaben und dass die Antworten, die gefunden wurden, recht unterschiedliche waren. Geschickt und sympathisch sorgte der Initiator und Moderator Ingo Wolf-Kittel dafür, dass jeder zu Wort kam und dass sich weder reine Zweier-Plänkeleien noch allzuviel Wiederholungen ergaben. Er stubste das Gespräch auch wieder zurück zum Thema, wo es ins Abseits driftete und brachte etwas Klarheit hinein, indem er beispeilsweise zwischendrin mal eine Definition versuchte, was denn überhaupt unter “Sinn” zu verstehen sei. Bis auf die indogermanische Wurzel “sent” für “eine Richtung nehmen, eine Fährte suchen/aufnehmen” ging er dabei zurück. Geschürft wurde nach Antworten auf diese Sinnfrage im Alltag, in den Religionen und bei Philosophen verschiedener Epochen. Nachdem Aristoteles und Epikur dabei in zuvieler Munde waren, meinte einer der Teilnehmer schließlich augenzwinkernd: “Von Griechen lassen wir uns nicht vorschreiben, worin der Sinn des Lebens besteht, die sind schließlich pleite gegangen.” Auch den Bogen vom “Denken als Verdauungsprozess des Gehirns” bis zur “Scheiße” als Resultat unseres Verdauungsprozesses zu spannen, war man sich nicht zu schade. Man sieht also, der Humor kam auch nicht zu kurz, ohne jedoch in Albereien abzudriften. Es war schon durchweg die Absicht zu spüren, das gestellte Thema ernsthaft auszuloten. Doch blieb man dabei eben angenehm locker.
Fazit: Sehr sympathische Runde. Hat Spaß gemacht und einige Denkanstöße mit auf den eisigen, glatten Heimweg gegeben. Das Essen im Ristorante hat auch gut geschmeckt.
Sechster Geburtstag
Nächsten Monat feiert das PCAS seinen sechsten Geburtstag. Zum Abschluss der gestrigen Veranstaltung stand eine Besprechung und Abstimmung, wie man dieses Jubiläumstreffen gestalten wolle. Man entschied sich dabei, von dem üblichen Schema eines reinen Gesprächskreises abzuweichen. Statt dessen soll am Anfang ein Vortrag von Ingo Wolf-Kittel über Meditation stehen, an den sich ein spontan gestalteter Geburtstagsabend anschleißen soll.
S’Gschwätz anderer