Monthly Archive for Oktober, 2009

Was ihr wollt

Nicht nur wegen Shakespeare. Auch allgemein: Was würdet ihr in der Blogsburg gerne lesen?

Nächste Woche: Lab 30

In unserer ehemaligen Weltstadt mit der charmant verschlafenen Atmosphäre findet in der kommenden Woche und von der nationalen Presse unbeachtet, zum wiederholten, wenn nicht gar achten Mal das Lab30 statt. Ein elektronisches Kunstlabor.

Im wesentlichen eine Ausstellung zeitgemässer und daher vorwiegend elektrifizierter Kunst von durchaus internationalen Urhebern, bis hin zum Kurzfilm und/oder Videogame. Beginn Donnerstag, 5.11.,19:30, Fortsetzung Freitag 6., und Samstag 7. Nachts dann die passende elektronische Klangkulisse in den Seitenflügeln des Veranstaltungsgebäudes, einem wuchtigen ehemaligen Militärbau aus der militärfreudigen braunen Ära unseres schönen Heimatlandes, wenn auch geprägt durch die längere Benutzungszeit durch unsere US-amerikanischen Befreier und Aliierten. Eine lustige Mischung.

Ich bin auf jeden Fall am Donnerstag dort, wahrscheinlich auch am Freitag und Samstag. Wo? Hier: Lab30, Kulturhaus abraxas, Sommestr. 30, 86156 Augsburg (0821) 324 6356

ersatzweise als internetradio via stromlabor

Risskant. Comics und Fotografien zu Obdachlosigkeit in Augsburg

“Richie der Gerissene” durchlebt in der Augsburger Straßenzeitung Riss schon seit rund zehn Jahren den Obdachlosen-Alltag im Comic. Die Comic-Figur des Zeichners Andreas Alt weist dabei mit spitzer Feder, Schlauheit und allzu oft überlebensnotwendigem Galgenhumor auf seine Situation und ihre Probleme hin. Am 2. November beginnt nun die Ausstellung “Risskant. Comics und Fotografien zu Obdachlosigkeit in Augsburg” im Annahof.

Seit 1995 gibt es das Straßenmagazin „Riss, Augsburgs Zeitschrift für soziale Themen“. Es kann nur bei Straßenverkäufern erworben werden. Menschen ohne Wohnung am Rand der Gesellschaft können auf diese Weise etwas Geld einnehmen, ohne betteln zu müssen. 80 Cent vom Verkaufspreis von 1,50 Euro dürfen sie behalten. Der Rest deckt die Druckkosten. Die Redaktion arbeitet ehrenamtlich. In fast jeder Riss-Ausgabe gibt es eine Seite der Comic-Serie „Richie, der Gerissene“. 52 Folgen sind bis heute erschienen. Zeichner Andreas Alt (44) beschäftigt sich auf diese Weise mit der Situation Augsburger Obdachloser: satirisch zugespitzt, nicht immer ganz ernst gemeint, aber immer mit einem ernsten Hintergrund.

Jetzt werden einige von ihnen vom Verein “Tür an Tür”, dem Riss-Herausgeber, in Zusammenarbeit mit dem “Annapunkt … ansprechBar” im Hollbau im Annahof ausgestellt. Ergänzt werden sie durch Aufnahmen der Riss-Fotografin Annette Zoepf und durch Daten und Fakten zu Armut und Obdachlosigkeit in Augsburg. Die Ausstellung “Risskant – Comics und Fotografien über Obdachlosigkeit in Augsburg” wird am Montag, 2. November, um 19.30 Uhr mit einem Vortrag des Armutsexperten Prof. Gerhard Trabert eröffnet und ist bis Ende November bei freiem Eintritt zu sehen.

z.Z. in Augsburger Kinos: Die Päpstin (mehr zum Thema)

Den Film habe ich noch nicht gesehen. Auch das 1996 veröffentliche Buch von Donna Woolfolk Cross, auf dem er basiert, habe ich nicht gelesen. Dafür aber ein bereits 130 Jahre vorher erschienenes Werk des bedeutenden griechischen Autors Emmanuel Roidis über den gleichen Stoff, das ich sehr empfehlen kann.  Zu seiner Zeit natürlich umstritten und von der orthodoxen Kirche (die es gar nicht zum Gegenstand hat) gar gebannt, wurde es bis heute immer wieder aufgelegt und übersetzt, darunter von so bedeutenden Literaten wie Alfred Jarry und Lawrence Durrell.

Interessant wie das Thema der Päpstin Johanna seit Jahrhunderten beliebt ist und wie unterschiedlich es behandelt wird. Sage? Satire? Wahrheit? Paradebeispiel für Geschichtsfälschung? Hierzu ein interessanter Artikel aus der virtuellen Bibliothek der Website zur Via Regia, die ich auch gern empfehle.

Mo Yan gestern im Zeughaus

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Ein wenig Frankfurter Buchmessenflair für Augsburg und eine gute Gelegenheit, sich mit dem Werk dieses Autors vertraut zu machen war die gestrige Lesung im Reichle-Saal des Zeughauses, bei der sowohl das chinesische als auch das deutsche Publikum auf seine Kosten kam. Continue reading ‘Mo Yan gestern im Zeughaus’

Nach Indien auf dem Landweg unterwegs

Eigentlich wollte ich nur nach Athen. Aber dann konnte ich nicht widerstehen und bin auf den FroschLaster aufgesprungen. Auf dem Landweg nach Indien, das war schon immer mein Traum! Ich hatte das Land vor vielen Jahren einmal fünf Wochen lang mit Eisenbahn und Bus bereist und es ist die eindruckvollste von all meinen Reisen geblieben. Aber hin und zurück bin ich geflogen. Jetzt will ich mal sehen, wie es sich auf dem Landweg anreist.

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Chinesische Literatur in Augsburg vorgestellt

Wer sich für aktuelle Chinesische Literatur interessiert wird nicht nur auf der Frankfurter Buchmesse, auf der China dieses Jahr Ehrengast ist, fündig. Für Daheimgebliebene hat zum Beispiel die Buchhandlung am Roten Tor in der Kirchgasse 26 hier in Augsburg eine schöne Auslage zusammengestellt.

Außerdem ist der bekannte chinesische Autor Mo Yan in Augsburg zu Gast und liest am Sonntag, den 25. Oktober 2009 um 18.00 Uhr im Reichle-Saal des Augsburger Zeughauses aus seinem Erfolgsroman  “Die Sandelholzstrafe”

Veranstalter dieses Abends, der zugleich Auftakt der Reihe “China – Gesellschaft und Wirtschaft im Umbruch” im Wintersemester 2009/10 ist, sind die Universität Augsburg, die Deutsch-Chinesische Gesellschaft Augsburg und der Verein zur Förderung der deutsch-chinesischen Beziehungen (Landkreis Unterallgäu). Der Eintritt ist frei.
Den deutschen Text trägt der Schauspieler Torben Gerke vor. Dolmetscher und Moderator der anschließenden Diskussion ist der Martin-Walser-Übersetzer Professor Huang Liaoyu,  Leiter des Instituts für Germanistik der Universität Beijing.

“Die Sandelholzstrafe”  ist die Geschichte einer großen Liebe in der Zeit des Boxeraufstandes um 1900 und der brutalen Hinrichtung des Katzenoper-Schauspielers Sun Bing. Mit seinem starken Rückgriff auf vormoderne chinesische Erzählweisen nimmt der Roman eine Sonderstellung im Werk von Mo Yan ein.

Kirchweih

Dass morgen am 18. Oktober, dem diesjährigen dritten Sonntag im Oktober, allerorts Kirchweih ist, ist ein Akt der Bürokratie, mit dem wohl allzu häufiges und ausgedehntes Feiern eingedämmt werden sollte. Bis 1866 wurde noch gefeiert, wie es gefallen ist: Alljährlich am Datum der Weihe, in der Regel am Sonntag vor- oder nachher. Und eben nicht nur am Sonntag, sondern auch schon mal bis Mittwoch. Da die Bevölkerung auch die Kirchweihfeste der Nachbarorte mitgefeiert hat, ist das der Obrigkeit dann offenbar zuviel geworden. Die Dorfkirchweih wurde abgeschafft, bisweilen gar verboten. Dafür gab es noch die zentral angeordnete, einheitliche Feier am dritten Sonntag im Oktober. Theologische Gründe für diesen Kahlschlag in der Feiertagskultur im 19. Jahrhundert gibt es keine, so steht es nachzulesen auf der Website des Bistums München und Freising.

Nicht nehmen ließen sich die Franken das Feiern des Festes, wie es fällt. Dort hat nach wie vor jede Gemeinde ihren eigenen Kirchweihtermin. Augsburg ließ sich zumindest seine Jakober Kirchweih um den Tag des Heiligen Jakob am 25. Juli herum nicht nehmen. Freilich wird hier zudem auch die “Allerweltskirchweih” am 3. Oktobersonntag gefeiert und zwar ausgiebig, beispielsweise auf der Lechhauser Kirchweih eine ganze Woche lang mit Festzelt und allem drum und dran.

Schnee Mitte Oktober!

Das ist doch nun wirklich etwas früh, oder? – “goldener” ist schließlich das Adjektiv, das normalerweiße mit Oktober einhergeht, nicht “weißer”!

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Marktschau: herbstlicher Stadtmarkt

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Wie doch jede Jahreszeit ihre eigenen Farben hat. Jetzt im Herbst dominieren satte Dunkelgelb-, Rostrot und Orangetöne und gedeckte Aubergine- und Silbernuancen. Prachtvoll diese Marktstände.  Egal ob es was zum Verzehr oder nur fürs Auge und Gemüt ist.

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