Obwohl in mein Viertel Hochzoll am Freitag auch ein Fischhändler auf den Bauernmarkt kommt, gehe ich gern am zentralen Stadtmarkt zum Schindler, wenn ich mal zu seinen recht engen Öffnungszeiten dorthin komme.
Leider nur von Mittwoch bis Samstag hat er offen, und dann – außer am Freitag, dem längsten bis 17.00h gehenden Verkaufstag – auch nur bis 14.00 h. Doch dort bekommt man Sorten, die sonst rar sind: Neben Importware vor allem je nach Saison und Fang aus einheimischer Fischerei: Huchen, Eglifilets, Aale etc. Diesmal habe ich einfach zwei Karpfenfilets mitgenommen. “Fangfrisch” hieß es auf der Tafel. Darunter hatte ich mir vorgestellt, dass sie von der ins Wildgewässer gehaltenen Angel sind. Der Verkäufer klärte mich jedoch auf, dass sie tatsöchlich gezüchtet werden und gemeint sei, dass sie lebendfrisch aus dem Becken geholt werden. Gefüttert werden sie nur mit Getreide, gehörten also zu den natürlichsten und gesündesten der Zuchtfische. Dann tauchte er das Netz in das Becken mit den munter umherschwimmenden Karpfen, zog einen raus, klatschte ihn auf die Platte, brachte ihn ich-weiss-nicht-wie (hab nicht hingeschaut) zu Tode und zerlegte ihn, damit ich meine zwei frischen Filets bekam.
Zur Zubereitung habe ich sie einfach mit Zitrone gesäuert, gesalzen, in wenig Mehl gewendet und in der Gusseisen-Pfanne in Öl ausgebacken (ca. 8 Minuten von jeder Seite, erst heiß, dann runtergeschaltet auf niedere Stufe, dann ausgeschaltet und weitere 5 Minuten in der Pfanne liegen gelassen). Dazu haben wir frisch geriebenen Meerrettich, Bratkartoffeln und grünen Salat gegessen. War echt lecker, aber grätig, der Fisch. Vor allem enden die meisten Gräten in einer kleinen Gabel, die man nun wirklich nicht im Hals stecken haben will. Und sie waren nicht fein filetiert, sondern noch voller Gräten. Aber das bin ich von deutschen Fischhändlern gewohnt und selbst hätte ich es auch nicht besser gekonnt. Wohl nur die Japaner können echte grätenfreie Filets machen mit ihren scharfen Spezialmessern, scheint es mir. Davon abgesehen aber ein leckeres Essen und eben mal was anders, als ich im Supermarkt und in meinem Stadtteil bekomme.





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