Teil 3: Totengedenken im Internet innerhalb und außerhalb virtueller Friedhofsmauern
Alle ordentlichen Dörfer haben Friedhöfe, das globale Dorf, als das das World Wide Web oft bezeichnet wird, natürlich auch. Seine Friedhöfe aus Bits und Bytes dienen, losgelöst von der Endlagerungsstätte des Verstorbenen, dessen Erinnerung und sind weltweit zugänglich. Das macht das Kerzenanzünden, Blumenstrauß deponieren und ins Kondolenzbuch eintragen einfacher. Viele von ihnen bieten diese Möglichkeiten. Finanziert werden die Websites teils vom Betreiber bzw. über Sponsoren, teils werden Gebühren von den Hinterbliebenen erhoben, die eine solche virtuelle Gedenkstätte wünschen.
Einige Beispiele sind der Internet-Friedhof, auf dem Engelchen und Blümchen niedlich mit Fügeln und Köpfchen wackeln, der Paradiesfriedhof, der sich für die besondere Art der Pietät hält und Websites wie inGedenken und virtualMemorials.
Für nahezu alles mehr oder weniger sterbliche gibt es Online-Gedenkstätten, von Kaninchen über Katzen bis zum Tamagotchi.
Schließlich findet auch abseits solcher dedizierten Kultstätten Totengedenken im Internet statt. Viele der Spuren, die wir zu Lebzeiten im Netz hinterließen, werden auch noch weit über unseren Exitus hinaus auffindbar bleiben. Sollte auch die eigene Website mit dem Ableben eingestellt werde, so ändert das nicht viel daran. Suchmaschinen arbeiten mit einem Zwischenspeicher, außerdem gibt es riesige Archive wie die WayBackMachine. Auch haben Foren und Plattformen keinen Anlass, Beiträge zu löschen nur weil deren Ersteller nicht mehr ist. So können Hinterbliebene bewusst in der virtuellen Hinterlassenschaft stöbern. Googler, die statt einer bestimmten Person ein bestimmtes Ergebnis suchen, bekommen hingegen nichts davon mit, ob es von einem Lebenden oder Toten stammt. Nie war Unsterblichkeit billiger zu haben als in Zeiten des Internet!




Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website http://www.blogsburg.de Links tauschen