Es steht fest: Kurt Gribl hat gewonnen. Wie? War denn schon Stichwahl? Nein, ich spreche nicht von der Wahl zum OB, sondern zur Wahl “Augsburgs liebster Schwiegersohn”. Ermittelt wurde das Ergebnis von mir als unabhängigem Sachverständigen durch Stichproben im Diskussionsforum einer ansonsten parteiischen und abhängigen Lokalzeitung (jeder weiss, welche…). Der Gribl Kurt, so glänzte es mir entgegen, sei dem Wengert Paul eindeutig vorzuziehen, da er auf den Plakaten sympathischer und auch irgendwie souveräner wirke. Und (besondere lobende Erwähnung) er trage deutlich sichtbar einen Ehering, was ihn einerseits irgendwie romantisch, andererseits irgendwie zuverlässig erscheinen lasse. Moment mal! Augsburgerinnen, deren unübersehbare Vorzüge ich Ortsfremden gegenüber zu preisen nicht müde werde, haben sich mit genau dieser Masche bereits Waschmittel, Zahnbürsten, Versicherungen und ungesunde Kindernahrung verkaufen lassen. Und jetzt auch einen OB-Kandidaten? Einen, der im Gegensatz zum gegenwärtigen Amtsinhaber über keinerlei politische Erfahrung, ja nicht einmal eine Parteizugehörigkeit verfügt? Höchstens ein paar Jahre Verbandsonkeldasein, also Interessenvertreter einzelner Gruppen? Der seinen Wahlkampf postmodern von einer Werbeagentur durchführen lässt, und prompt Forderungen vertritt, wie wir sie aus dem Vorabendprogramm, also den Werbeblöcken der einschlägig bekannten Soaps kennen? Aber ist das nicht auch ein Zeichen des Fortschritts, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass man die Fäden gar nicht mehr sieht, an welchen die Gribl-Marionette aus der Landeszentrale der weissblauen Amigo-Partei gesteuert wird? Fest steht jedenfalls, dass es bei diesem bayrisch-schwäbischen Wahlkampf um die Herrschaft über die letzte noch nicht völlig von der Münchner Zentralregierung unabhängig gewordene Grosstadt geht. Und nicht um die Interessen der Bevölkerung. Ausser, die Augsburgerinnen und Augsburger wählen am Sonntag den Wengert Paul. Der nämlich wäre erfahren und tatkräftig genug, um auch quer durch die bunte Parteienlandschaft in unserem neu gewählten Stadtrat solide Politik zu machen. Für die Bürger. Für Augsburg. OB Wengert. Der Gribl Kurt soll dann meinetwegen offizieller Schwiegersohn der Stadt werden. Dann wären doch alle glücklich, oder?
Kommunalwahl 08: Hier kommt der Schwiegersohn!
Veröffentlicht von Fritz 10. März 2008 in Augsburgerisches und Politisches. 5 Kommentare5 Kommentare zu “Kommunalwahl 08: Hier kommt der Schwiegersohn!”
- 1 Pingback am 10. Mrz 2008 um 20:34




danke, fritz, du sprichst mir aus der seele! ja, schwiegersohn darf er gern werden – solange ich ihn nicht heiraten muss
Oh man, wieder ein Artikel weniger auf meiner To-Write-Liste
Ich kann auch nur sagen, vielleicht ist ja der Kurt ein lustiger aufgeschlossener Typ, aber als Marionette für die Filzpartei kann das nix werden.
wie schön, der Schwiegersohn ist dann ja laut (noch unbestätigten) Gerüchten auch schon wieder zu haben.
Was für ein Gerücht? Ein Skandal, ein Skandal!